Pro Exotenhaltung
Weil der Mensch nur schützt, was er auch kennt...

Fakten und Zahlen


Hier ein paar Fakten die man zum Thema Exoten und vor allem Reptilien wissen sollte, bzw. wissen muss, damit man überhaupt zielführend debattieren kann. Diese Zahlen und Statistiken sind aus seriösen Quellen und für jeden zugänglich, trotzdem schaffen sie es erstaunlich selten in die Beiträge von Qualitätsjournalisten.

Es gibt keinen Beleg für schlechte Haltungsbedingungen von Reptilien

Eine Studie der Uni Leipzig, bekannt geworden unter dem Namen Terraristik-Studie, untersuchte im Jahr 2014 die Ursachen 
für Erkrankungen von Reptilien. Ziel war es Tierärzten Hinweise an die Hand geben zu können um Halter bei der artgerechten 
Haltung zu unterstützten. Dabei wurden 304 Halter befragt deren Tiere sich in Behandlung befanden. Obwohl die Studie nicht 
Repräsentativ ist, kann von ihr zumindest nicht abgeleitet werden, dass Reptilienhalter in Deutschland ihre Tiere schlechter 
halten, als die Halter anderer Haustiere.  Trotz dem wurden nach Angaben des ZZF, die Ergebnisse der Studie von Landestierschutzbeauftragten des Landes Hessen, verfälscht wiedergegeben. Quelle

(Hinweis: Symbolbild)




Durch Giftschlangen in Privathand kommt praktisch niemand zu Tode

Das Säulendiagramm zeigt einen Vergleich für die häufigsten Todesursachen des Jahres 2015, erfasst vom Statistischen Bundesamt. Wir betrachten hier nur einen sehr kleinen Ausschnitt, denn die häufigste Todesursache sind Herzkreislauferkrankungen im hunderttausender-Bereich. Davon sind wir hier weit weg und haben stattdessen Morde im Vergleich zu Toten verursacht durch Tiere gegenübergestellt. Eindeutig erkennt man, dass im Jahr 2015 neben etwa 300 Morden, knapp 20 Reitunfälle eine Todesfolge hatten, dicht gefolgt von Bienen- und Wespen-Stichen, mit knapp 16 Toten. Auf Hundeangriffe gehen noch gut 3 Tote zurück und Tote durch private Giftschlangenhaltung liegt bei etwa 0,142 Toten. Wie kommt dass? Laut einer Erhebung von "Wir-sind-Tierärtzte", stirbt durch Tiergifte (inkl. privater Giftschlangenhaltung), nur eine Person etwa alle 7 Jahre.  Im Durchschnitt heißt dass also, dass pro Jahr ca. 0,142 Menschen durch Gifttiere in Privathaltung sterben. Giftschlangen machen davon nur einen Anteil aus, aber selbst wenn es sich ausschließlich um Giftschlangenbisse handeln würde, wäre die Hauptaussage doch ziemlich eindeutig.


Nur ein Bruchteil der Giftschlangen ist für den Menschen potenziell tödlich

Laut einer Untersuchung von Statista aus dem Jahr 2017, endeten von allen Schlangenbissen weltweit, nur 1,8% (rot) tödlich. Die WHO hat in einer Untersuchung 2011 festgestellt, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit wesentlich von der medizinischen Versorgung abhängt. So kann die Wahrscheinlichkeit an einem Schlangenbiss zu sterben bei nicht-Behandlung bei 15% liegen und bei Behandlung mit einem Antiserum sogar bei nur 0,5% (d.h. Überlebenswahrscheinlichkeit 99,5%).  Zum Glück ist die Versorgung mit Antiserum in Deutschland gesichert, z.B. durch das Serum-Depot in Berlin, einem privaten Verein die diese Tiere pflegt und für den seltenen Fall eines Bisses, sofort Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Dass ist einer der Gründe die die Grafik erklären. Weitere Gründe sind Trockenbisse, also Bisse, bei denen kein Gift verabreicht wird und vor allem, dass die überwiegende Mehrheit der Giftschlangen als mindergiftig zu betrachten ist. Das Gift dieser Schlangen ist für den Menschen nicht tödlich und folglich gibt es auch kein Antiserum.


Fast alle gefundenen bzw. entlaufenen Haustiere sind Hunde und Katzen

Medien suggerieren gerne, dass jede aufgefundene Schlange oder ein anderes Reptil, absichtlich ausgesetzt wurde. Einen handfesten Beweis für diese Mutmaßung gibt es praktisch nie. Tatsächlich ist jedes gefundene Reptil eine Schlagzeile wert, doch pro Tag verschwinden in Deutschland knapp 270 Hunde und Katzen (nur die von Tasse 2017 statistisch erfassten).  Diese beiden machen die überwiegende Mehrheit aus. Alle andere Tiere machen zusammen kaum mehr als ein Prozent aus (Reptilien inklusive). Dass passt so gar nicht zu dem Bild der "massenhaft ausgesetzten Reptilien" wie uns die Medien immer weiß machen. Wann haben sie zuletzt in einem Fernsehbeitrag von einem entlaufenen Hund oder einer entlaufenen Katze erfahren? Richtig und genau da liegt dass Problem. Die gängige Berichterstattung bläht Einzelfälle überdimensional auf.


Der Regulierungswahn der Politik fördert mangelndes Vertrauen in den Rechtsstaat

Die Politik dringt heute mit Massen an Gesetzen in jeden Lebensbereich vor. Aktuellster Stand der Absurditäten, das Verbot Auto zu fahren oder ein CO2-Budget, dass weite Teile des normalen Lebens einschränken soll. Ab 2021 muss jeder der seinen Personalausweis neu Beantrag Fingerabdrücke hinterlegen, als wäre es nur eine Frage der Zeit, bis Max Mustermann ein schweres Verbrechen begeht. Diese und noch unzählige weitere, schwere Eingriffe, bis in die privatesten Bereiche des Lebens durch den Staat und Behörden, führen seit Jahrzehnten dazu, dass immer mehr Gesetze vor den Landesverfassungsgerichten und dem Bundesverfassungsgericht landen. Nicht wenige davon landen am Ende vor dem Europäischen Gerichtshof und nicht selten korrigiert ein Gericht, was nie hätte Gesetz werden dürfen. Der zunehmende Frust der Bürger, verursacht durch unüberlegte und nicht selten Grundgesetz-widrige Gesetzesvorhaben, lassen zunehmen das Vertrauen in den Rechtstaat verschwinden und führen zurecht zu einer Wut der Bürger. Die nebenstehende Grafik zeigt wie im Verlauf der letzten Jahrzehnte immer mehr Gesetzesentwürfe vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt werden.


Fast kein Reptil das privat gehalten wird, wurde der Naturentnommen, sie stammen fast ausschließlich von Nachzuchten

Den Vorwurf hört man immer wieder. Die Haltung exotischer Tiere sei "unmoralisch, weil die Tiere ja der Natur entnommen würden". Doch bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass stimmt so nicht. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) erhebt regelmäßig statistische Daten über Importe und Exporte geschützter und ungeschützter Pflanzen und Tiere. Bei einer Untersuchung 2012 stellte das BfN fest,  dass nur 8% der gehaltenen Reptilien Wilffänge (WF) sind. Der Rest stammt von Deutschen Nachzuchten (DNZ - blau) oder nicht Deutschen Nachuchten (NZ), z.B. Tiere die in der Schweiz nachgezüchtet wurden und als Import nach Deutschland gelangt sind. Weiter wurde festgestellt, dass die Anzahl importierter Tiere seit Jahren fällt. Zwischen 2007 und 2013 ging er um etwa 60% zurück. Dass liegt daran, dass die in Deutschland gehaltenen Reptilien sehr erfolgreich nachgezüchtet werden und so kein Import mehr erforderlich ist. Die Nachfrage kann aus Deutschen Nachzuchten gut bedient werden. 

Fakt: Noch nie wurde ein Dritter durch die Haltung sog. "Gefahrentiere" getötet, alle Tiere sind gefährlich

Auch wenn durch reißerische Berichterstattung immer wieder anderes behauptet wird, dass Dritte zu Schaden kommen könnten, muss doch festgestellt werden, dass noch nie ein Dritter durch ein Gefahren Tier getötet wurde (siehe DGHT Fakten-Check). Die Halter dieser Tiere gefährden in der Regel nur sich selbst und trotzdem passiert praktisch nichts (sonst hätten wir deutlich mehr als nur ein Toten durch Giftschlangenbisse alle 7 Jahre). Richtig ist auch, dass das Bundesverfassungsgericht keinen Unterschied macht zwischen als gefährlich empfundenen und sonstigen Tieren. Jedes Tier ist potenziell gefährlich und der Verursacher dieser Gefahr haftet für alle Schäden, dass ergibt sich jetzt schon so aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). 

Hohe Sterberate bei Terrarientierhaltung ist widerlegt


Eine Studie zur Sterberate bzw. Mortalitätsrate bei Reptilien, erschien im Jahr 2015 in Fachjournal Plos One, widerlegt nun 
endgültig der Behauptung, dass die Sterberate von Reptilien in Privathaltung exorbitant hoch sei. Diese Behauptung wurde 
von Tierrechtlern und ideologischen Medien Jahre lang aufgestellt, ohne einen Beweis oder Belegt dafür zu liefern. Dieser 
Aufgabe hat sich nun das Team um Janine Robinson von der Universität Kent (GB) angenommen. Die Sterberate liegt ihren 
Ergebnissen zu Folge nicht bei über 50%, sondern bei 3,6% . Untersucht wurden insgesamt 6689 Reptilien. 

(Hinweis: Symbolbild)
Die Sterberate setzt sich aus mehreren Gruppen zusammen, so liegen Schlangen mit 2,3% und Schildkröten mit 3,7% im unteren 
Echsen mit 8,5% im mittleren und Chamäleons mit 28,2% im oberen Feld (Chamäleons gelten als heikel in der Aufzucht, dass  ist unter Reptilienhaltern bekannt).
Zum Vergleich: Im Jahr 1996 gab es eine ähnliche Studie, die die Sterberate von Hunden und Katzen untersuchte. Diese kam zu 
dem Ergebnis, dass die Mortalitätsrate bei Katzen bei 8,3% und bei Hunden bei 7,9% liegt. Also gut doppelt so hoch wie 
bei Reptilien! 
Quelle u.a. ZZF & Plos One


Hauptgrund für Artensterben ist Lebensraumzerstörung, nicht Naturentnahmen

Laut WWF wurden zwischen 2004 und 2017 etwa so viel Regenwald abgeholzt, wie die Fläche von Deutschland und Irland zusammen. Eine Erhebung von Statista veranschaulicht die rasante Abholzung im Amazonasgebiet. 

Die massive Abholzung des Regenwaldes ging zwar Anfang der 2000er leicht zurück, legt aber in den letzten Jahren wieder zu und so ist es auch nicht verwunderlich, dass immer mehr Arten auf der roten Liste landen. Hauptgrund für die Abholzung ist die kommerzielle Landwirtschaft, die z.B. Palmöl und Futtersojamittel erzeugt und nach Europa oder Nordamerika exportiert.  Im Jahr 2020 erschien eine große Metastudie (Ecosystem decay exacerbates biodiversity loss with habitat loss mit einer Auswertung von 123 Studien, unter anderem in der  Fachzeitschrift Nature.  Diese Metastudie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Artensterben durch Habitatzerstörung, also Lebensraumzerstörung, bisher unterschätzt wurde. 

Vorurteile z.B. gegen kleine Gruppen wie Exotenhalter, entstehen ganz natürlich

Die Gruppe der Exotenhalter stellt eine Minderheit unter den Tierhaltern dar und unterliegt wie andere Gruppen bestimmten Vorurteilen. Dieses Phänomen wird wissenschaftlich als "minimales Gruppenparadigma" bezeichnet. Gruppenzugehörigkeiten mit einem Merkmal (z.B. Exotenhalter oder nicht Exotenhalter), reichen bereits aus, um Vorurteile gegenüber zu festigen. Oft wirkt das minimale Gruppenparadigma sogar eher indirekt, in dem die eigene Gruppe bevorzugt wird. Ein Beispiel kann dies veranschaulichen: 

Nehmen wir an, es gäbe einen Vermieter, der selbst Eigentümer mehrerer Wohnungen ist und selbst kein Tierhalter ist. Er kann sich nicht vorstellen, wozu man Tiere hält und auch nicht, dass man als Mensch eine enge Bindung zu seinem Tier oder seinen Tieren aufbauen kann. Sein Mieter Max Mustermann jedoch ist von Kindheit an mit Tieren aufgewachsen und hält neben einem Hund auch ein paar Leopardgeckos. Seinem Vermieter gefällt dass gar nicht, denn er denkt, Hunde beißen und dass die Nachbarn Angst davor haben könnten und Reptilien, ja, die sind doch bestimmt wieder der Natur entnommen. Beim Nachmieter wird sich unser Vermieter wahrscheinlich für einen Mieter entscheiden, der keine Tiere hat.

Vorurteile entstehen auf natürliche Weise und lassen sich nur beseitigen, wenn man den Effekt des minimalen Gruppenparadigmas kennt und auch bereit ist sich aufklären zu lassen. (zum weiterlesen: Quelle: Spektrum Lexikon der Psychologie)




























 
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